Namensrecht


In der ersten Woche:

In Deutschland besteht die gesetzliche Regelung, dass jeder Neugeborene innerhalb der ersten Woche dem Standesamt angemeldet werden muss. Hierzu muss das Kind einen Namen bekommen! Ist der Vorname eines Kindes bei diesem Vorgang festgelegt, müssen sich die Eltern darüber im Klaren sein, dass sich daraus eine rechtlich Festlegung ergibt, die im Nachhinein schwer zu ändern geht. Ein Kindsname sollte daher mit bedacht im Vorfeld überlegt werden. Viele Krankenhäuser übernehmen mittlerweile diese Anmeldung bei den Standesämtern für die Eltern.

Gesetzliche Vorgaben bei der Namensgebung:

Die Wahl eines Vornamen unterliegt in Deutschland bestimmten Einschränkungen und nicht alles ist erlaubt! Im Allgemeinen kann man sagen, dass Vornamen grundsätzlich als solche erkennbar sein sollten. Bezeichnungen, die ihrem Wesen nach nicht einem Vornamen entsprechen, dürfen folglich nicht vergeben werden. Da diese Regel recht weitläufig auszulegen ist, führt sie immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen, die manchmal durch die Presse gehen, wenn Eltern ihre Kinder zu abwegig nennen möchten. Namen aus fremden Kulturkreisen führen immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den Standesämtern. Eltern müssen hier einen Nachweis erbringen, dass der Name im fremden Kulturkreis verbreitet ist. Bei Namen, aus denen das Geschlecht nicht eindeutig hervorgeht, wird häufig ein weiterer, zweiter Name verlangt, der eindeutig männlich oder weiblich ist. Kim oder Kai sind beispielweise Namen , die einen zweiten Namen brauchen. Weiterhin verbietet der Gesetzgeber Namen, die gegen Anstand, Sitte oder den guten Geschmack verstoßen, das Kind der Lächerlichkeit preisgeben könnten oder verunglimpfen. Geografische Namen würden in der Vergangenheit regelmäßig abgelehnt, in der letzten Zeit aber wieder häufiger akzeptiert. Bei den Namen San Diego oder San Francisco handelt es sich zum einen um bekannte us-amerikanische Sädte, die jedoch historisch nach ihren Eroberern benannt sind. Eindeutig negativ besetzte Name biblischen Ursprungs, wie Judas oder Satan sind nicht zulässig. Andere Länder andere Namen: In Spanien ist der Name Jesus weit verbreitet und erstaunt niemanden. In Deutschland darf man kein Kind Jesus nennen. Produkt- und Firmennamen, die häufig Namens- und Patentrechte tragen, sind in Deutschland ebenfalls nicht zulässig.

Das Standesamt Köln entschied sich 2002 gegen Osama bin Laden! Türkische Eltern hatten wirklich keine bessere Idee als ihr Söhnchen Osama bin Laden zu nennen. Wurde wegen unweigerlicher Verbindung zum meistgesuchten Terroristen abgelehnt.

Mehr Freiheiten haben da Eltern in einigen US-Bundesstaaten. Da hat das Ehepaar Campbell ihrem Sprößling mit zwei Vornamen ins Leben geschickt: seither läuft der Kleine als Adolf Hitler Campbell durchs Leben. Klein Adolf Hitlers Schwester heißt übrigens Joyce Lynn Aryan Nation.

Maximal fünf Vornamen sind erlaubt!

Bei einer Zahl von fünf Vornamen ist Schluss. Danach sieht das Oberlandesgericht Düsseldorf einen “erheblich beläsigenden Charakter” für das Kind.

Richtige Schreibweise!

Grundsätzlich gilt: Der Name des Kindes sollte in der richtigen Schreibweise gewählt und auch eingetragen werden! Nicht eingetragen werden solche Namen, die offensichtlich und in falscher Schreibweise registriert werden sollen. Dennoch lassen sich bestimmte Namen in höchst unterschiedlichen Schreibweisen und Varianten finden, wie z.B. beim Namen Kurt, den es auch in der Schreibweise mit C gibt. Häufig sind Namen biblischen Ursprungs aus dem grieschischen übernommen worden und schreiben sich leicht anders. Bei der Wahl des Names sollten sich Eltern immer wieder vor Augen halten, dass ein Name, den es in verschiedenen Schreibweisen gibt, dann Probleme bereiten kann, wenn er immer wieder buchstabiert werden muss. Beispiel: Christiane, Kristiane oder Stefan und Stephan.

Wer entscheidet im Zweifelsfall?

Bei der Entscheidung, ob ein Name zugelassen wird oder nicht, werden zwei anerkannte Stellen herangezogen, die dann für den Einzelfall vor Gericht anerkannte Gutachten ausstellen können:

  • Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. in Wiesbaden
  • Universität Leipzig, Gesellschaft für Namenskunde e.V.

Da sich immer mehr Eltern zu sehr ausgefallenen Vornamen für ihre Kinder entscheiden und auch immer mehr Prominente bei der Wahl der Vornamen für ihre Schützlinge Kreativität beweisen, führt das häufig zu völlig neuen Wortschöpfungen, die dann aber auch auf ihre Zulassungsfähigkeit etc. überprüft werden müssen.

Wer sich nicht sicher ist, ob ein Name möglich ist, der kann sich unkompliziert und kostengünstig an beide Vereine wenden und vorab ein Gutachten erstellen lassen.

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